Satski (2004-2006)

Der alpine Skirennsport entwickelte sich in den letzten Jahren mehr und mehr zu einem Hochleistungssport bei dem extrem kleine Zeitunterschiede zwischen den Rennläufern, und sei es auch nur eine Hundertstelsekunde, bereits über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Im Vorfeld von Wettkampfveranstaltungen ist es daher von enormer Wichtigkeit, die Trainingsläufe der Rennläufer unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten (d.h., der Piste) und der Materialauswahl genau zu analysieren und, darauf aufbauend, zu optimieren. Eine sehr wichtige Analysemethode dazu ist die Bestimmung der Linie des Rennläufers, sowie Geschwindigkeiten und Beschleunigungen entlang der gefahrenen Trajektorie. Momentan verwendet der Österreichische Skiverband simple Zeitmessungen und Videoaufzeichnungen zur Analyse der Trajektorie. Aus diesen Methoden können die geforderten Parameter jedoch nur teilweise und mit niedriger Genauigkeit ermittelt werden. Es fehlt also derzeit an geeigneten Messmitteln, um all diese Parameter in ausreichender Genauigkeit bestimmen zu können. Moderne Technologien der satellitengestützten Positionierung und Navigation könnten dies in Zukunft ändern.Es werden Schutzausrüstungen während dynamischer Tests evaluiert. Die Tests simulieren die Geschwindigkeiten bei Aufprall und die komplexen Belastungsbedingungen. Die Komplexität wird durch die spezielle Geometrie des menschlichen Körper und durch die Schwankungen in der Körperhaltung während Stürzen oder Kollisionen erhöht. Die Möglichkeit für eine funktionelle dynamische Evaluation von Leistung mit in typischer Schutzausrüstung wird verbessert durch die Entwicklung eines Menschen-ähnlichen Dummys mit Beschleunigungsmessern und Belastungssensoren an wichtigen Körperteilen (wie z.B. Kopf oder Rumpf)

Im Rahmen des Projekts SATSKI wurde daher ein in Zusammenarbeit von Teleconsult Austria GmbH, ÖSV, Technologiezentrum Ski- und Alpinsport GmbH und dem Institut für Sportwissenschaft der Universität Innsbruck ein Analysewerkzeug entwickelt, welches es dem ÖSV ermöglichen soll, die Performance seiner Rennläufer zu steigern.

Im Zuge der technischen Umsetzung des Gesamtkonzepts konnte somit eine mobile Aufnahmeeinheit entwickelt werden, die den Anforderungen des ÖSV zum Einsatz auf der Rennpiste gerecht wird. Für die Auswertung der Messdaten wurde eine Software konzipiert und programmiert, welche die rohen Messdaten vorprozessiert, und schließlich aus den Positionsdaten die Geschwindigkeiten, Beschleunigungen und Kurvenradien ermittelt. Die so berechneten Werte können auf einer graphischen Benutzeroberfläche dargestellt werden und der Benutzer hat auch die Möglichkeit, interaktiv in die Darstellung einzugreifen.

Der Bedarf nach einem derartigen System steht außer Zweifel. In Übereinstimmung mit dem ÖSV ist das Projektteam zur Schlussfolgerung gekommen, dass der entwickelte Demonstrator in der Lage ist, das Potenzial eines derartigen Systems aufzuzeigen. Trotzdem besteht Bedarf, das System noch weiterzuentwickeln.


Interreg IV SkiProTech - Verletzungsprävention im alpinen Skilauf (2008-2011)

Interreg IV SkiProTech ist ein Projekt der Partner Dolomiticert S.ca.r.l., Università di Padova, Universität Innsbruck, Krankenhaus Provinz Bozen/Zahnabteilung und Technologiezentrum Ski- und Alpinsport GmbH. Ziel des Projekts ist die Erhöhung der Sicherheit und des Komforts von Sportgeräten zur Ausübung des alpinen Skisports, der mit allen damit verbundenen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten ein wesentliches Standbein der am Projekt beteiligten alpinen Regionen darstellt.

Das Projekt enthielt folgende Workpackages:

- Entwicklung eines Test-Dummys für die Aufprall-Evaluation von Schutz-Elementen: Unfälle durch Stürze oder Kollisionen können reduziert werden, wenn das Design von Sicherheitsausrüstungen verbessert wird. Dazu wurden im Projekt Schutzausrüstungen während dynamischer Tests evaluiert, die die Geschwindigkeiten bei Aufprall und die komplexen Belastungsbedingungen simulieren. Die Möglichkeit für eine funktionelle dynamische Evaluation von Leistung mit in typischer Schutzausrüstung wird verbessert durch die Entwicklung eines Menschen-ähnlichen Dummys mit Beschleunigungsmessern und Belastungssensoren an wichtigen Körperteilen (wie z.B. Kopf oder Rumpf).

- Experimentelle Analyse zum Skischuh: In Labor- und Felduntersuchungen wurden zuerst die Bedingungen des Mikroklimas im Skischuh mithilfe von speziell entwickelten bzw. adaptierten Messsystemen für Druck-, Temperatur- und Feuchtigkeitsmessungen ermittelt. Weiters wurden verschiedene Skischuhkonstruktionen und deren Einfluss auf die Fußgeometrie untersucht. Zeitgleich werden verschiedene Aufbauten des Skischuh-Innenschuhs mit verschiedenen Materialien untersucht. Dazu wurden physikalische und klimatische Messungen durchgeführt unter Berücksichtigung verschiedene Schwerpunkte wie z.B. der Verteilung der Feuchtigkeit/Wasser in den unterschiedlichen Zonen, Dynamik des Feuchtigkeitstransports usw. Anhand der erhobenen Daten und der Untersuchungen zum Aufbau des Skischuh-Innenschuhs konnten Prototypen entwickelt und wiederum in Labor- und Felduntersuchungen getestet werden.

- Simulation von Verletzungsmechanismen im alpinen Skisport: Modelle des Skifahrers, des Kniegelenks sowie des Skis und der Ski-Schnee Interaktion werden in einem Computersimulationsprogramm implementiert und numerische Simulationen von Verletzungsmechanismen durchgeführt. Insbesondere werden die Belastungen auf die Strukturen des Kniegelenks untersucht. Mittels Parameterstudien werden der Einfluss des Ausrüstung (Ski, Schuh, Bindung) und des Skifahrers (Sturzverhalten) bewertet und mögliche präventive Maßnahmen abgeleitet. Weiters werden verschiedene Schutzvorrichtungen für gefährdete Körperregionen wie Kopf und Knie getestet.

- Zahnschutz: In diesem Workpackage wurde ein Mundschutz entwickelt, der folgende drei Aspekte vereint: Schutz für den Mund, Verbesserung der Haltung und der Atmung des Athleten. Entgegen den Produkten auf dem derzeitigen Markt wird dieser Mundschutz maßgeschneidert direkt aus einem Abdruck des Zahnbogens, bereitgestellt von einem Zahnarzt, erstellt. Der Mundschutz wird durch Einspritzen des Materials in den Abdruck geformt. Diese Methodik soll einen präzisen und bequemen Mundschutz garantieren.

Homepage des Interreg IV Projekts: SkiProTech

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